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Kurz und regelmäßig üben: die Übungszeit richtig nutzen

„Ich habe keine Zeit zum Üben“: Oft steckt dahinter die Vorstellung, dass eine sinnvolle Übeeinheit eine Stunde dauert. Dabei geben die meisten Lehrerinnen und Lehrer denselben Rat: lieber jeden Tag ein bisschen als einmal pro Woche ganz viel. Fünfzehn Minuten täglich bringen dich weiter als anderthalb Stunden am Sonntag.

Warum Regelmäßigkeit wichtiger ist als Dauer

Eine musikalische Bewegung lernen heißt, sie so oft zu wiederholen, bis sie selbstverständlich wird. Zwischen zwei Übeeinheiten festigt sich, was du geübt hast. Kommst du am nächsten Tag darauf zurück, machst du dort weiter, wo du aufgehört hast. Nach sechs Tagen Pause geht ein guter Teil der Zeit dafür drauf, wieder auf den Stand der Vorwoche zu kommen.

Lange Übeeinheiten haben noch einen Nachteil: Die Konzentration lässt nach. Irgendwann spielst du auf Autopilot, wiederholst deine Fehler, und die Müdigkeit kann Hände oder Stimme verspannen. Eine kurze Einheit endet vor diesem Punkt.

Die richtige Dauer wählen

Es gibt keine ideale Dauer für alle. Ein paar Anhaltspunkte:

Wähl eine Dauer, die du fast jeden Tag durchhältst, nicht die aus deinen Neujahrsvorsätzen.

Ein Ziel pro Übeeinheit

Eine kurze Einheit kann nicht alles. Setz dir vor dem Start ein einziges Ziel, genau und überprüfbar:

Am Ende weißt du, ob du das Ziel erreicht hast. Wenn nicht, ist es das Ziel für morgen.

Beispiel für eine Übeeinheit von 20 Minuten

  1. 3 Minuten Aufwärmen: eine Tonleiter oder eine einfache Übung, langsam, mit Metronom.
  2. 12 Minuten für das Tagesziel: die schwierige Stelle, mit stufenweise steigendem Tempo. Siehe die Methode in Stufen.
  3. 5 Minuten zum Spaß: das ganze Stück spielen oder etwas, das du gern spielst. Wer mit einem guten Gefühl aufhört, setzt sich am nächsten Tag lieber wieder hin.

Rechtzeitig aufhören

Ein Timer hat zwei Vorteile. Er macht den Kopf frei: Du musst nicht auf die Uhr schauen, sondern spielst, bis er dich stoppt. Und er schützt vor der Übeeinheit, die sich endlos hinzieht: Wenn die Zeit um ist, ist Schluss, auch wenn du gern weitermachen würdest. Ein bisschen Lust für morgen übrig zu lassen, gehört zur Methode.

Notier deinen Fortschritt in einer Zeile, zum Beispiel „Bridge: 80 % sauber“. Nach ein paar Wochen zeigt dir dieses Heft, wie weit du gekommen bist, auch wenn es sich gerade nach Stillstand anfühlt.

Mit TempoClic

Jeder Song in TempoClic kann eine eigene Übungszeit haben, von 1 bis 60 Minuten:

  1. Öffne die Einstellungen des Songs mit dem Stift.
  2. Wähl die Übungszeit, zum Beispiel 15 Minuten.
  3. Starte: Ein Fortschrittsbalken zeigt die vergangene und die verbleibende Zeit, und am Ende stoppt das Metronom von selbst.

Du kannst für jeden Teil der Übeeinheit einen Song anlegen, zum Beispiel „Aufwärmen: Tonleitern“ mit 3 Minuten und „Bridge“ mit 12 Minuten, und sie in der Liste nacheinander abarbeiten. Die Option Einzähler fügt vor dem Start einen Takt hinzu, damit du die Hände in Position bringen kannst. Die Anleitung erklärt alle Einstellungen.

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